Portfolio-Recap KW 35 / 2026
Depot
HIMS — Hims & Hers Health
5 Mails diese Woche.
Hims steht nach einem Monat mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen ungefähr dort, wo es angefangen hat, und die Chartlesart hat sich in dieser Zeit kein Stück bewegt. Vier Chartmails zwischen dem 24. und dem 28. August, alle bullisch, alle mit demselben Ziel am 1,618er Verhältnis bei 41,38 Dollar, derselben Unterstützung am 0,618er bei rund 30 und derselben Bedingung: die 200-Tage-Linie halten, die 50-Tage-Linie bei 32 zurückerobern. Das ist Wort für Wort die Lesart aus KW 34, nur eine Woche später. Aufschlussreicher ist das Equity Brief vom 27. August: Kaufempfehlung bei einem Kurs von 30,39 Dollar, Bullenfall 65, Bärenfall 21. Eine Spanne von mehr als dem Dreifachen zwischen den beiden Enden ist keine Bewertung, sondern das Eingeständnis, dass am Geschäftsmodell regulatorisch noch alles offen ist. Dazu passt die eigentliche Meldung der Woche, die nicht in der Presse stand, sondern auf X: Truist erwartet inzwischen, dass der größere Teil des amerikanischen GLP-1-Umsatzes 2026 aus apothekengemischten Präparaten kommt, bei rund 1,2 Milliarden Dollar insgesamt — vorher lag die Erwartung auf den Markenpräparaten. Die Summe bleibt, die Quelle wird fragiler. In der Presse standen 16 Erwähnungen, keine davon positiv gewertet, darunter zum zweiten Mal in zwei Wochen dieselben Kanzleiankündigungen und der schwächste Handelstag seit einem Monat, weil Visa Zahlungsstreitigkeiten meldet. Das bewegt keinen Kurs, sagt aber etwas über die Qualität der Abonnements. Der reichweitenstärkste Beitrag der Woche kam mit 137 Likes von einem Skeptiker und nicht von der Quelle — nach dem Vorwochenjubel eine bemerkenswerte Verschiebung. Ich halte und kaufe nicht nach. Solange die Umsatzmischung Richtung gemischter Präparate kippt, ist das Ziel bei 41 eine Chartaussage und keine Geschäftsaussage.
ASTS — AST SpaceMobile
4 Mails diese Woche.
Bei AST SpaceMobile laufen Chart und Nachrichtenlage diese Woche offen auseinander. Die Presse führt mit einem Minus von 47,5 Prozent in drei Monaten und ausdrücklich erhöhtem Umsetzungsrisiko — die einzige negativ gewertete Meldung unter 14 Erwähnungen. Die Chartlesart zeigt in die Gegenrichtung: drei Mails vom 24. bis 26. August, durchgehend bullisch, Kaufzone 61,51 bis 65,50, Ungültigkeit unter 50,42, obere Ziele je nach Mail zwischen 95,66 und 122,01. Vergleicht man das mit der Vorwoche, in der die Kaufzone noch bei 63 bis 66 lag, sieht man, was hier tatsächlich passiert: Die Zonen wandern mit dem Kurs nach unten, die Ziele bleiben oben stehen. Das ist Nachzeichnung, keine Prognose. Der einzige wirklich neue Datenpunkt kam am 28. August aus der Berichterstattung über Rocket Lab, das sein Gebot für Iridium um 30 Prozent angehoben hat; ein Analyst hält AST für den ungenannten Mitbieter. Falls das stimmt, bietet ein Unternehmen ohne nennenswerten operativen Umsatz gleichzeitig auf Spektrum und auf eine bestehende Konstellation. Das ist die Fortsetzung der Spektrumsgeschichte aus KW 34 und gehört auf die Kapitalseite, nicht auf die Chartseite. Auf X war ASTS mit 457 Likes der reichweitenstärkste Beitrag der gesamten Woche über alle Werte hinweg, geschrieben nach dem Rückgang von 75 auf 60 Dollar, mit dem Hinweis an alle, die sich einen Rücksetzer gewünscht hatten, dass sie ihn jetzt haben. Die Aufmerksamkeit ist hier am größten, wenn der Kurs am schwächsten ist, und das ist selten ein Kaufargument. Ich halte und kaufe nicht nach. Es bleibt bei dem, was ich vorige Woche geschrieben habe: Dieses Gewicht ist die Obergrenze. Ein zusätzliches Gebot auf eine Milliardenkonstellation ändert daran nichts, es macht die Finanzierungsfrage nur dringender.
BABA — Alibaba Group (ADR)
3 Mails diese Woche.
Bei Alibaba ist diese Woche nichts passiert, was sich in eine Geschäftszahl fassen ließe, und trotzdem war es die lauteste Woche im Depot. 74 Presseerwähnungen, keine einzige positiv oder negativ gewertet — reines Rauschen, angeführt ausgerechnet von einer Kanzlei, die Anleger mit Verlusten bis zum 5. Oktober zur Kontaktaufnahme auffordert. Die Quartalsinfografik vom 24. August stellt Umsatz- und Mittelzuflussverlauf einem Kursrückstand von 62,5 Prozent gegenüber dem Höchststand von 2020 gegenüber. Auf X wurde daraus eine Rechnung: 62 Prozent unter dem Hoch, dabei 14 Prozent Umsatzwachstum und 53 Prozent im Cloud-Geschäft, macht 168 Prozent Nötiges bis zum alten Stand — bezeichnet als freies Geld. Arithmetisch stimmt das und als These taugt es nichts: Ein Rückstand zum Höchststand ist kein Aufholanspruch. Der substanzielle Punkt der Woche kam von außerhalb der Quelle. Die offenen Modelle von Alibaba kommen laut einem Bloomberg-Bericht auf mehr als drei Milliarden Downloads in sechs Monaten und liegen damit weltweit vorn. Das ist Verbreitung, nicht Monetarisierung, und es ist genau die Frage, die ich vorige Woche gestellt habe. Bemerkenswert ist die Chartlesart: Kaufzone jetzt bei rund 116 an der 50-Tage-Linie im Bereich des 0,38er bis 0,5er Verhältnisses, Ungültigkeitsstufen bei 107,92 und 86,64, obere Ziele bei 126,27, 157,11 und 182,20. Vorige Woche stand dort noch 311,71. Ein Ziel, das sich binnen einer Woche fast halbiert, ohne dass ein Argument nachgeliefert wird, war vorher keines. Ich halte, kaufe weiterhin nicht nach und warte unverändert auf das Quartal, in dem die Cloud-Marge zeigt, ob sich der Investitionsaufwand rechnet.
NVO — Novo Nordisk 'B'
3 Mails diese Woche.
Bei Novo Nordisk hat sich die Chartlesart zum ersten Mal seit Wochen wirklich geändert. Die Wochenmail vom 26. August wertet den Ausbruch über 48 Dollar als bestätigt, setzt die Kaufzone auf 46 bis 48, das Ziel der dritten Welle auf 70,50 und darüber die 200-Wochen-Linie bei 82, hinfällig unter 41,54. Die Tagesmail vom Vortag beschreibt dieselbe Bewegung als abgeschlossene zweite Welle am 0,5er Verhältnis bei 43,50. Konsistent — aber es ist eine Kursaussage, keine Geschäftsaussage. Fundamental zeigt die Woche in die Gegenrichtung. Unter 37 Presseerwähnungen war eine einzige positiv gewertet, und ausgerechnet die trägt die Einschränkung im Titel: Die Deutsche Bank zweifelt an der Wachstumserholung 2027, während ein Wegovy-Meilenstein in China die Privatanleger bei Laune hält. Dasselbe Muster bei der Kurszielanhebung von AlphaValue/Baader auf 466 dänische Kronen am 29. August: Das Ziel steigt, die Gewinnschätzung für 2026 sinkt, begründet wird beides mit dem Start der oralen Variante. Das ist keine Verbesserung, das ist eine Verschiebung nach hinten. Der Riss aus KW 34 bleibt also stehen: Die Tablette trägt die Erzählung, die Spritze trägt den Umsatz. Dazu ein Detail, das in keinem Modell auftaucht — in einer einzigen US-Lieferung wurden im Mai und Juni 222.000 Einheiten nicht zugelassenes Retatrutid gefunden. Ein Graumarkt dieser Größenordnung konkurriert mit beiden Herstellern und wird von niemandem eingepreist. Ich kaufe nicht nach, auch nicht nach dem bestätigten Ausbruch. Ein höheres Kursziel bei gesenkter Gewinnschätzung ist genau die Sorte Aufwertung, die ich bei anderen Werten kritisiere. Ich halte die Position unverändert, bis die Verordnungsdaten für die Injektion aufhören, in die andere Richtung zu zeigen.
WYFI — WhiteFiber Inc
2 Mails diese Woche.
Bei WhiteFiber wiederholt sich die Vorwoche mit anderem Anlass. Damals fiel der Kurs vorbörslich um mehr als 22 Prozent auf die Ankündigung einer Wandelanleihe, diesmal steht in der Presse ein Minus von 29,8 Prozent — nach einer gesicherten Infrastrukturvereinbarung mit Krambu über 100 Megawatt. Das Unternehmen unterschreibt Kapazität, und der Markt bepreist die Finanzierung. Wer denselben Zusammenhang zweimal in zwei Wochen sieht, sollte ihn nicht mehr für Pech halten. Die Aufmerksamkeit passt dazu: drei Presseerwähnungen in der ganzen Woche, je eine positiv, neutral und negativ, der niedrigste Wert im Depot. Die Chartlesart hat sich von der Vorwoche gelöst, ohne besser zu werden. Am 24. August lief der Rücksetzer noch auf das 0,786er Verhältnis bei 18,37, am 27. hält der Kurs seit sechs Sitzungen eine Keilunterstützung, die Verkäufer versiegen, und alles hängt an der Rückeroberung der 200-Tage-Linie bei 21,88. Die langfristigen Ziele stehen bei 55,57 und 77,91, vorige Woche war es 79. Ein Vielfaches des aktuellen Kurses, seit Wochen unverändert, bleibt eine Hoffnung mit Dezimalstelle. Der ehrlichste Datenpunkt der Woche kam von einem Kritiker auf X: Aus 100.000 Dollar, im Juni auf Empfehlung investiert, sind 38.000 geworden. Dagegen steht das einzige überprüfbare Versprechen der Bullenseite — die 40 Megawatt am Standort NC-1 sollten nach einer Verzögerung bis Ende August vollständig abgerechnet werden. Genau das lässt sich im nächsten Quartalsbericht nachprüfen. Ich kaufe nicht nach, obwohl der Kurs mit knapp unter 21 Dollar wieder dicht an der Marke steht, an der sich der Chart entscheidet. Ich warte auf die erste Quartalszahl, in der zugesagte Kapazität als Umsatz auftaucht.
Auch erwähnt
- CIFR — 1 Mail · 2026-08-27 — TWEET: $CIFR
- ETH — 1 Mail · 2026-08-26 — $ETH - TOP 10
- ONDS — 1 Mail · 2026-08-25 — $ONDS - WATCHLIST
- OSCR — 1 Mail · 2026-08-30 — $OSCR - TOP 20
- ZETA — 1 Mail · 2026-08-28 — $ZETA - TOP 10
- ZVRA — 1 Mail · 2026-08-24 — $ZVRA - Q2'26 Valuation Analysis