Portfolio-Recap KW 34 / 2026
Depot
BABA — Alibaba Group (ADR)
4 Mails diese Woche.
Alibaba hat beim Umsatz knapp geliefert, beim Gewinn je Aktie verfehlt, und der Kurs steht trotzdem tiefer als vor einer Woche. Der Quartalsumsatz kam bei 39,57 Milliarden Dollar gegen 39,52 erwartet, das Ergebnis je Aktie bei 1,254 statt 1,493. Die Zahl, um die es tatsächlich geht, steht daneben: Der Cloud-Umsatz legte um 45 Prozent zu, die Investitionen in KI-Infrastruktur um 75 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das ist die Rechnung, die man akzeptieren muss, wenn man den Wert hält. Alibaba kauft sich Marktanteil im chinesischen KI-Geschäft und bezahlt ihn aus der laufenden Marge. Vier Mails in einer Woche, davon zwei Bewertungsanalysen zum selben Quartal, zeigen vor allem, dass die Quelle selbst noch sortiert. Der Chart bleibt zurückhaltend: neutrale Wochenlesart, laufende Zweite Welle, Kaufzone zwischen 109 und 121, Ziel 311,71 erst nach einem Bruch über 140, hinfällig unter 109. Bei 88 Presseerwähnungen war keine einzige negativ gewertet, und auf X kam der reichweitenstärkste Beitrag der Woche nicht von der üblichen Adresse, sondern von einem Konto, das China-Werte auf Indexebene für ausbruchsreif hält. Ein Punkt aus meiner Recherche der Woche gehört dagegengestellt: David Tepper hat seine Alibaba-Position im ersten Quartal um 210 Millionen Dollar reduziert und sie trotzdem als China-Überzeugung behalten, und Paul Tudor Jones hält eine Verkaufsoption darauf. Wer im Minus hält, bekommt von einem Reduzierer keine Rückendeckung. Die Position ist mit 4,4 Prozent gewichtet und steht 21 Prozent im Minus, der schwächste Wert im Depot nach Sivers. Ich kaufe nichts nach und warte auf ein Quartal, in dem die Cloud-Marge zeigt, ob sich der Investitionsaufwand rechnet.
HIMS — Hims & Hers Health
4 Mails diese Woche.
Hims hat in fünf Tagen 22,5 Prozent gutgemacht, und der Chart hat sich dabei nicht verändert. Genau das ist der Punkt, den die Quelle diese Woche gemacht hat, und ausnahmsweise trägt er. Der Rücksetzer lief in drei Wellen bis auf das 0,618er Fibonacci-Niveau bei 27,41 Dollar, hat dort gehalten und ist über die 200-Tage-Linie zurückgesprungen. Vier Chartmails in fünf Tagen, alle mit demselben Ziel bei 41,38, dem 1,618er Verhältnis, und derselben Ungültigkeitsmarke unter 26,41. Wenn eine Lesart viermal ohne Änderung wiederholt wird, ist das entweder Konsequenz oder Trägheit — hier spricht das Kursverhalten für Ersteres. Bemerkenswert ist, was in der Presse steht und was nicht. 28 Erwähnungen, keine davon positiv gewertet, dafür zwei Kanzleien, die Untersuchungen wegen möglicher Verstöße gegen das Wertpapierrecht ankündigen. Das sind Standardmeldungen nach einem Kurssturz und meist folgenlos, aber sie gehören notiert, weil sie im Sentiment gar nicht auftauchen. Der dritte Punkt der Woche ist der interessanteste: Der Vorstandschef stellt einen KI-Gesundheitscoach in Aussicht, zwölf Monate entfernt, mit dem Argument besserer Therapietreue. Das ist die Wette dahinter, nicht das Abonnentenwachstum. Auf X lief die übliche Siegesmeldung mit 269 Likes über die zwei Sorten von Menschen, die im letzten Quartal gekauft oder eben unrecht hätten. Solche Sätze kommen nach dem Anstieg, nie davor. Mit 14,2 Prozent bleibt Hims meine zweitgrößte Position und steht wieder 6,7 Prozent im Plus, nachdem sie vorige Woche zehn Prozent im Minus lag. Ich halte, kaufe nicht nach, und lese den nächsten Bericht weiter zuerst auf den Mittelzufluss.
ASTS — AST SpaceMobile
3 Mails diese Woche.
Bei AST SpaceMobile hat sich diese Woche etwas Konkretes verschoben, und es steht nicht im Chart. Die Nachrichtenlage: SpaceX und AST bieten beide auf dasselbe 800-Megahertz-Paket, das Grain Management von T-Mobile übernommen hat, bewertet mit rund sechs Milliarden Dollar. Vorläufige Gebote sind in der ersten Septemberwoche fällig, die Aufsichtsbehörde verlangt den Abschluss des Auswahlverfahrens bis zum 5. November. Der Zusatz, der in keiner Meldung stand: AST darf dieses Spektrum bereits testen, unter einer befristeten Genehmigung mit bis zu hundert handelsüblichen Telefonen in zwei Zonen, gültig bis zum 12. September. Das Testfenster liegt damit genau auf dem Gebotsfenster. Wer misst, während der andere modelliert, kennt die Ausbreitungseigenschaften des Bands, bevor er einen Preis nennt. Bestätigt wurde das indirekt vom Betriebsvorstand von AT&T, der die Testgenehmigung öffentlich beglückwünscht und dabei auf das angekündigte Satelliten-Gemeinschaftsunternehmen verwiesen hat. Die Chartlesart ist dagegen unentschieden: Drei Mails in vier Tagen, eine davon ausgesprochen bärisch mit abgeschlossener Fünf-Wellen-Abwärtsbewegung, zwei bullisch mit Kaufzone 63 bis 66 und Ziel 99,42 nach einem Bruch über 71. Wenn dieselbe Quelle innerhalb von drei Tagen von bärisch auf bullisch dreht, ist das kein Signal, sondern eine Beschreibung dessen, was der Kurs gerade macht. Daneben lief eine Meldung über eine Klage um 15 Millionen Dollar Gebühren, in der Berichterstattung neutral gewertet und angesichts einer Bilanz von über 3,7 Milliarden pro forma auch nachrangig. Mit 20,5 Prozent bleibt ASTS mit weitem Abstand meine größte Position, steht 5,2 Prozent unter Einstand und hat realisiert 125 Prozent gebracht. Ich kaufe nicht nach. Bei einem Unternehmen, dessen Umsatz noch praktisch vollständig aus Infrastrukturlieferungen besteht, ist dieses Gewicht die Obergrenze und nicht der Startpunkt.
ETH — Ethereum
3 Mails diese Woche.
Ethereum hat innerhalb von 24 Stunden alle Verluste seit dem 6. Februar aufgeholt, und die Erklärung dafür ist erfreulich unromantisch. Das US-Finanzministerium hat angekündigt, seine Rückkäufe langlaufender Anleihen auszuweiten. Das drückt Renditen und Dollar, und liquiditätsempfindliche Anlagen reagieren darauf zuerst. Bitcoin führte, Ethereum folgte deutlicher. Wer die Bewegung als Bestätigung einer Technologie liest, verwechselt Ursache und Anlass. Auffällig ist diese Woche etwas anderes: Die Chartlesart der Quelle hat innerhalb von vier Tagen die Richtung gewechselt. Am 17. und 19. August stand die abgeschlossene Korrekturwelle mit ausdrücklichem Bärenfall im Vordergrund, am 21. dann die Wochenlesart mit laufender Zweiter Welle unterhalb der 200-Wochen-Linie und einem Ziel von 9.225. Zwischen diesen beiden Aussagen liegt kein neues Argument, sondern ein Kursanstieg. Für die Einordnung ist der Zwischenschritt wichtiger als das Ziel: Bis etwa 4.000 sieht die Lesart wenig Widerstand, die Ungültigkeitsmarken liegen bei 1.699 und darunter 710. Bemerkenswert war der Beitrag, in dem die Quelle sich selbst zur Zurückhaltung verpflichtet und keine Kursziele wie eine Million zum Jahresende mehr nennen will, mit Verweis auf einen gehebelten Zusammenbruch im Oktober. Diese Sorte Selbstkorrektur liest man selten. Mit 3,3 Prozent Depotgewicht ist die Position klein, sie steht praktisch auf Einstand und hat realisiert 14,3 Prozent gebracht. Sie bleibt klein. Ein Wert, der in 24 Stunden ein halbes Jahr aufholt, kann das auch rückwärts.
NVO — Novo Nordisk 'B'
3 Mails diese Woche.
Novo Nordisk ist seit dem 4. August fünfmal in die Kaufzone gelaufen und jedes Mal wieder herausgekommen. Die Lesart ist über drei Mails hinweg unverändert: laufende Zweite Welle, Unterstützung zwischen 43,50 und 46,50 Dollar, ein Bruch über 48 würde den Rücksetzer abschließen, Ziel 70,51 am 1,618er Verhältnis, hinfällig unter 41,54. Kontrolliert, nachvollziehbar, und ohne jede Aussage darüber, warum der Wert überhaupt so tief steht. Diese Antwort liefert die Presse. Die Verschreibungsdaten für die Woche zum 14. August zeigen orale Wegovy-Verordnungen bei 176.373, ein Plus von acht Prozent, während das Konkurrenzprodukt von Eli Lilly um 5,9 Prozent zurückging. Das klingt gut. Daneben steht die andere Zahl aus derselben Woche: Die injizierbaren Wegovy-Umsätze in den USA fielen um 22 Prozent im Jahresvergleich, mit Anteilsverlusten an genau diesen Wettbewerber. Novo gewinnt bei der Tablette und verliert bei der Spritze, und die Spritze ist das größere Geschäft. Dazu die Meldung, dass Lillys Abnehmpille in Europa das erste Zulassungsrennen gewonnen hat. Ein Detail aus meiner Recherche der Woche passt dazu: Stanley Druckenmiller hat Eli Lilly im zweiten Quartal neu gekauft, ausdrücklich als defensive Ergänzung seines Biotech-Korbs. Beide Seiten derselben Verschiebung, und ich halte die verlierende. Mit 8,4 Prozent ist Novo meine drittgrößte Position und steht 14,3 Prozent im Minus. Ich kaufe nicht nach, obwohl die Kaufzone technisch erreicht ist. Ein Wert, dessen Hauptprodukt Marktanteil verliert, ist kein Rücksetzer, sondern eine Neubewertung, und die ist nicht abgeschlossen, solange die Verordnungsdaten in zwei Richtungen zeigen.
OSCR — Oscar Health
3 Mails diese Woche.
Oscar Health hat acht Wochen Kursbewegung in einer einzigen Wochenkerze verschluckt, und das ist diesmal keine Übertreibung, sondern die Beobachtung eines Chartdienstes. Von 12 Dollar im Februar auf 32 im August. Das Faktenblatt der Woche nennt Kursziele von 24 im Bärenfall, 56 im Basisfall und 66 im Bullenfall bei einer Kaufempfehlung, dazu die operativen Zahlen: 4,88 Milliarden Dollar Quartalsumsatz mit einem Plus von 70 Prozent, 415,3 Millionen freier Mittelzufluss, ein Mitgliederwachstum von 46,2 Prozent und eine Schadenquote von 79,2 Prozent. Die letzte Zahl ist die, auf die es bei einem Krankenversicherer ankommt, und sie ist bei diesem Wachstumstempo bemerkenswert stabil. Die Chartlesart sieht den dreiwelligen Rücksetzer als abgeschlossen, verlangt ein Halten über 33 und einen Bruch über 36,95, um die Dritte Welle mit Ziel 58,31 zu bestätigen. Auffällig ist die Aufmerksamkeitslage: nur drei Presseerwähnungen in der ganzen Woche, alle neutral, während der Wert sich seit Februar fast verdreifacht hat. Ein Beitrag erinnerte daran, dass der Vorstandschef im Februar für elf Millionen Dollar bei 11,18 gekauft hat und der Markt die angehobene Umsatzprognose von Mitte Januar erst im April eingepreist hat. Das ist der brauchbarste Gedanke der Woche und gilt über diesen Wert hinaus: Der Markt ist nicht effizient, er ist nur irgendwann vollständig informiert. Mit 2,9 Prozent ist die Position klein, steht 16 Prozent im Plus und hat realisiert 23,8 Prozent gekostet — ich habe hier früher zu früh verkauft. Ich halte und stocke nicht auf, weil ein Wert nach einer Verdreifachung nicht zu einer Kernposition wird, nur weil man ihn schon kennt.
ONDS — Ondas Holdings Inc.
2 Mails diese Woche.
Bei Ondas ist diese Woche eine Zahl gefallen, die man festhalten sollte: Der Kurs gab knapp sechs Prozent nach, nachdem das Unternehmen die Jahresprognose angehoben und einen Rekordauftragsbestand gemeldet hatte. Eine Überschrift der Woche fasste den Widerspruch als geteiltes Narrativ zusammen — hohes Wachstum bei hohem Mittelabfluss. Das ist dieselbe Spannung, die ich vorige Woche an der Bruttomarge festgemacht habe, die von 53,1 über 49,2 auf 43,1 Prozent gefallen ist. Wer wächst und dabei je Einheit weniger verdient, muss erklären, ob das Kapazitätsaufbau ist oder Preisdruck. Nach zwei Mails in dieser Woche und dem gesamten Berichtsmaterial steht diese Erklärung weiterhin aus. Die politische Lage bleibt günstig: Neue Zölle auf importierte Drohnen treffen die ausländische Konkurrenz, und der Wert wird regelmäßig in einem Atemzug mit den anderen amerikanischen Drohnenherstellern genannt. Dazu kam ein Auftritt der Sentinel-Sparte auf einer Palantir-Veranstaltung, was in der Aufmerksamkeitsökonomie mehr wert ist als im Auftragsbuch. Die Chartlesart verlangt ein Halten über 9,11, sieht die Kaufzone erst unterhalb von 7,92 und bestätigt den Bullenfall erst über 12, langfristig mit 30,04. Der Kurs steht bei 7,44 Dollar, also unterhalb der Marke, die für die Umkehr gefordert wird, und knapp unter der eigenen Kaufzone. Die Aufmerksamkeit ist verhalten, 19 Erwähnungen, der reichweitenstärkste Beitrag kam auf 48 Likes. Mit 5,2 Prozent Depotgewicht steht die Position 3,7 Prozent im Minus und hat realisiert knapp 74 Prozent gebracht. Ich halte und schaue weiter auf die Marge im dritten Quartal, nicht auf die Pipeline.
WYFI — WhiteFiber Inc
2 Mails diese Woche.
WhiteFiber ist im vorbörslichen Handel um mehr als 22 Prozent gefallen, und der Grund stand im Kalender: eine geplante Privatplatzierung von Wandelanleihen über 250 Millionen Dollar. In derselben Woche kündigte das Unternehmen den Erwerb zweier weiterer Entwicklungsstandorte in North Carolina an. Beides gehört zusammen und beschreibt das Geschäftsmodell besser als jede Chartlesart: Rechenzentrumskapazität wird mit Fremdkapital vorfinanziert und später vermietet. Bei fallenden Zinsen ist das ein Hebel, bei steigenden eine Belastung. Und die Zinsen steigen — die dreißigjährige US-Anleihe steht bei rund 5,3 Prozent, laut der Quelle ein Dreißigjahreshoch. Ein Beitrag auf X nannte die Kombination aus WhiteFiber und seiner Muttergesellschaft die schlechteste Paarung im Markt und den Chart sterbend, während Ethereum am selben Tag eine Rekordkerze druckte. Das ist überspitzt, trifft aber die Lage: Der Wert profitiert nicht vom Krypto-Aufschwung, obwohl er dort verortet wird. Die Chartlesart hat innerhalb von zwei Tagen von bullisch auf neutral gedreht und sieht den Rücksetzer jetzt Richtung 18,37 und der 200-Tage-Linie bei 22 laufen, langfristig unverändert bei 79. Ein Ziel, das mehr als das Vierfache des aktuellen Kurses bedeutet und seit Wochen unverändert dasteht, ist keine Prognose mehr, sondern eine Hoffnung mit Dezimalstelle. Aus meiner Recherche gehört ein Punkt dagegengehalten: Druckenmiller hat im zweiten Quartal ein komplettes Bündel aus Bitcoin-Minern und Rechenzentrumsbetreibern neu aufgebaut, das es im Vorquartal noch gar nicht gab. Das Feld ist also nicht abgeschrieben, nur dieser Wert wird gerade abgestraft. Mit 1,5 Prozent ist die Position die kleinste im Depot und steht 40,6 Prozent im Minus. Ich habe vorige Woche geschrieben, dass ich beim nächsten Rücksetzer in den Bereich um 25 prüfe. Der Kurs steht jetzt bei 17,65, deutlich darunter, und ich kaufe trotzdem nicht — nicht wegen des Kurses, sondern weil die Finanzierungsfrage in diesem Zinsumfeld die wichtigere ist und die Wandelanleihe sie gerade neu gestellt hat.
Auch erwähnt
- NBIS — 1 Mail · 2026-08-17 — $NBIS
- ZETA — 1 Mail · 2026-08-18 — $ZETA - TOP 10
- ZVRA — 1 Mail · 2026-08-17 — $ZVRA