Portfolio-Recap KW 33 / 2026
Depot
ASTS — AST SpaceMobile
5 Mails diese Woche.
AST SpaceMobile hat die Erwartungen verfehlt und den Kurs trotzdem gehalten, und beides hat denselben Grund. Der Quartalsumsatz kam bei 31,5 Millionen Dollar gegen 34,4 erwartet, der Fehlbetrag je Aktie bei 0,77 statt 0,29 — nach den reinen Zahlen ein schlechtes Quartal. Nur bewertet hier niemand Zahlen. Bewertet werden 13 Satelliten im Orbit, ein Auftragsbestand von 1,3 Milliarden Dollar, eine pro forma vorhandene Liquidität von über 3,7 Milliarden und eine bestätigte Jahresprognose von 150 bis 200 Millionen. Dazu die vorläufige Auswahl des Rakuten-Gemeinschaftsunternehmens durch das japanische Ministerium für Kommunikation, bis zu einer Milliarde Dollar Staatskapital ohne Verwässerung. Von 50 Presseerwähnungen der Woche ist keine einzige negativ gewertet, und der Direktzugang für Endkunden in Großbritannien mit Vodafone wird als unmittelbar bevorstehend beschrieben. Auf X wurde die Woche über die Partnerzahl geführt: über 60 Netzbetreiber, mehr als drei Milliarden erreichbare Kunden, 586 Likes für die Feststellung, mehr müsse man nicht wissen. Man muss aber mehr wissen, nämlich dass 13 von angestrebten 45 Satelliten oben sind und die Fertigung in Midland auf sechs Stück pro Monat kommen soll. Die Partner sind unterschrieben, die Hardware ist es nicht. Ein Beitrag verglich diese Woche mit dem 11. Mai, als der Kurs ebenfalls bei 71 Dollar stand und binnen 17 Tagen auf 133 lief — ein Rückspiegel-Argument, das nur funktioniert, wenn man den Ausgang schon kennt. Die Chartlesart bleibt geordnet: Kaufzone 65 bis 70 für einen Rücksetzer, Ziel 82 an der 200-Tage-Linie, darüber 103, hinfällig unter 50,57. Mit 22 Prozent ist ASTS weiter meine mit Abstand größte Position und steht praktisch auf Einstand, während der realisierte Teil bei plus 125 Prozent liegt. Ich kaufe nichts nach. Dieses Gewicht ist bei einem Unternehmen ohne nennenswerten Umsatz bereits die Obergrenze.
ONDS — Ondas Holdings Inc.
4 Mails diese Woche.
Ondas hat den Umsatz um 67 Prozent gesteigert und ist am Tag der Zahlen gefallen, und die Erklärung steht in derselben Grafik. Der Quartalsumsatz lag bei 83,77 Millionen Dollar gegen 67,97 erwartet, klar über der Schätzung. Der Fehlbetrag je Aktie kam bei 0,19 statt der erwarteten 0,095, also doppelt so hoch. Entscheidender ist die Bruttomarge: 43,1 Prozent nach 49,2 im Vorquartal und 53,1 vor einem Jahr. Ein Unternehmen, das wächst und dabei je verkaufter Einheit weniger verdient, kauft sich Wachstum — das kann richtig sein, wenn Kapazität aufgebaut wird, und es ist teuer, wenn es am Preis liegt. Welche der beiden Erklärungen zutrifft, steht in keiner der vier Mails dieser Woche. Der Vorstand hat die Jahresprognose auf 550 Millionen Dollar angehoben und spricht von anhaltender Dynamik, und die politische Lage hilft: Neue Zölle auf importierte Drohnen treffen die ausländische Konkurrenz. Auf X kursierte die Zahl der Woche, eine Programm-Pipeline von 11 Milliarden Dollar, zweieinhalbmal so groß wie im Mai. Der Beitrag rechnete immerhin selbst vor, dass niemand eine Pipeline vollständig in Aufträge umwandelt — das ist mehr Redlichkeit als bei den meisten. Trotzdem bleibt es eine Pipeline, und die Zahl daneben lautet 83,77 Millionen tatsächlicher Quartalsumsatz. Die Aufmerksamkeit ist verhalten: 41 Erwähnungen, keine negative, und der reichweitenstärkste Beitrag kam auf 110 Likes. Bei einem Wert, der so laufen kann, ist wenig Lärm eher gut. Der Chart hängt an der 50-Wochen-Linie bei 9, darüber öffnet ein Bruch über 11,70 und 13 den Weg zum genannten Ziel von 30, hinfällig unter 6,18. Die Position macht knapp 6 Prozent des Depots aus, steht gut 2 Prozent im Plus und hat realisiert bereits 74 Prozent gebracht. Ich halte und schaue auf die Marge im dritten Quartal, nicht auf die Pipeline.
WYFI — WhiteFiber Inc
4 Mails diese Woche.
Vor einer Woche habe ich WhiteFiber hier als meine schlechteste Position beschrieben, 28 Prozent unter Einstand, und geschrieben, dass ich nicht nachkaufe. Diese Woche hat das Unternehmen geliefert, der Verlust hat sich auf knapp 14 Prozent halbiert, und ich habe keine einzige Aktie dazugekauft. Das gehört so notiert, weil es der Normalfall ist: Wer eine Position klein und spekulativ nennt, verzichtet auf den Nachkauf genau dann, wenn er sich gelohnt hätte. Die Zahlen waren deutlich. Der Quartalsumsatz kam bei 28,84 Millionen Dollar gegen 18,61 erwartet, ein Plus von 55 Prozent zum Vorjahr, der Bruttogewinn stieg um 32 Prozent auf 21,90 Millionen, das Ergebnis je Aktie verfehlte die Schätzung nur um einen Cent. Wichtiger als das Quartal ist der Betriebsstatus: Das Rechenzentrum NC-1 ist in aktiver Kundenbelegung, die ersten Rechnungen laufen. Damit hört die Kapazität auf, eine Ankündigung zu sein. Dazu die Partnerschaft mit Krambu über 100 Megawatt hochdichte Rechenkapazität, allerdings für 2027 — das ist ein Termin, kein Umsatz. Die Presse bleibt zurückhaltend, 18 Erwähnungen, davon eine positiv gewertet und keine negativ. Auf X sah es umgekehrt aus: ein Kursziel von 79 Dollar in einer Liste neben sechs anderen Zielen, dazu zwei Beiträge in der Kategorie Eigenlob nach dem Kurssprung. Dieselbe 79 stand schon vorige Woche im Chart, ohne dass sich die Begründung geändert hätte. Bei einem Kurs um 30 Dollar wäre das eine Verdreifachung, und wiederholte Zielmarken werden durch Wiederholung nicht belastbarer. Der Chart sieht den Rücksetzer im Bereich 24,51 bis 27,50 als abgeschlossen, nächstes Ziel 35, hinfällig unter 18,41. Mit gut 2 Prozent Depotgewicht bleibt die Position klein. Nach diesem Quartal ist sie allerdings nicht mehr dieselbe Wette wie im Juni, und beim nächsten Rücksetzer in den Bereich um 25 werde ich das prüfen.
HIMS — Hims & Hers Health
3 Mails diese Woche.
Hims hat den Umsatz um 40 Prozent gesteigert, die Jahresprognose angehoben und mich in einer Woche zehn Prozent gekostet. Der Quartalsumsatz lag bei 753,2 Millionen Dollar gegen 730,1 erwartet, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen bei 60,3 Millionen und damit 36 Prozent über Vorjahr, die Zahl der Abonnenten bei 2,89 Millionen. Die Prognose für das Gesamtjahr steht jetzt bei 3,1 bis 3,3 Milliarden Dollar Umsatz und 275 bis 325 Millionen bereinigtem Ergebnis. Das Ergebnis je Aktie verfehlte die Erwartung deutlich, minus 0,37 statt minus 0,05, und das lag an einer Rechtskostenposition. Einmaleffekt, kann man abhaken. Nicht abhaken kann man die Überschrift, die eine Redaktion daraus gemacht hat: Prognose rauf, Cashflow schwächer. Das ist die Kombination, bei der ich genauer hinsehe, denn Abonnentenwachstum und Vorabkosten für neue Produkte fallen zeitlich auseinander. Angekündigt sind für dieses Jahr noch Peptide, Sermorelin, Glutathion und NAD+ — Produktbreite, die den Umsatz treibt und die Regulierungsfläche vergrößert. Der lauteste Beitrag der Woche rekapitulierte, wie der Kurs nach den letzten Zahlen von 28 auf 21 Dollar fiel und fünf Wochen später bei 38 stand, um dann festzustellen, diesmal sei es anders. Das ist der teuerste Satz an der Börse, und er stand hier in einem Beitrag mit 481 Likes. Der Chart ist eng und damit brauchbar: Die Konfluenz um 29,60 muss halten, ein Bruch über 31,65 zielt auf 40,72, darunter droht 25,41. Die Bewertungsanalyse der Woche nennt Ziele zwischen 59 und 75 Dollar, was bei einem Kurs um 28 zwischen 96 und 150 Prozent Aufschlag bedeutet — Zahlen, die eine Meinung transportieren, keine Rechnung. Mit gut 12 Prozent bleibt Hims meine zweitgrößte Position und steht nun 10 Prozent im Minus, nachdem sie vorige Woche noch auf Einstand lag. Ich halte, und ich lese den nächsten Quartalsbericht zuerst auf den Cashflow.
NBIS — Nebius
3 Mails diese Woche.
Nebius ist neu im Depot, seit dem 12. August, und steht nach vier Tagen 29 Prozent im Plus. Ich schreibe das mit Unbehagen, denn der Kauf lag unmittelbar vor einem Kurssprung von 34 Prozent, und das war Glück und nicht Urteilsvermögen. Der Anlass war real: Der Quartalsumsatz kam bei 582,3 Millionen Dollar gegen 569,9 erwartet, ein Plus von 454 Prozent zum Vorjahr, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen bei 236,2 Millionen und 82 Prozent über Vorjahr. Dazu Verträge im Milliardenbereich für KI-Rechenkapazität und der Ausbau in Großbritannien. Das Ergebnis je Aktie verfehlte die Schätzung um vier Cent, was bei dieser Wachstumsrate niemanden interessiert hat. Eine große US-Bank bestätigte ihr Kaufvotum mit einem Ziel von 286 Dollar, die Bewertungsanalyse der Woche liegt mit 355 bis 360 Dollar darüber. Bemerkenswerter finde ich etwas anderes: Der Analyst, dessen Charts ich hier Woche für Woche lese, hat ausdrücklich klargestellt, dass er selbst keine Position in Nebius hält, obwohl er das Unternehmen, den Chart und die Verträge für gut befindet. Diese Unterscheidung zwischen Überzeugung und Positionierung wird selten so offen gemacht, und sie ist der ehrlichste Satz, den ich diese Woche gelesen habe. Die Chartlesart ist entsprechend ambitioniert: Zwischenziele bei 263, 283 und 314, das übergeordnete Ziel bei rund 400, Kaufzone unterhalb von 200, hinfällig unter 177,81. Bei einem Kurs um 235 Dollar liegt die Invalidierung damit 25 Prozent tiefer, das Ziel 70 Prozent höher — ein Verhältnis, das nur trägt, solange die Auftragslage trägt. Die Position ist mit knapp 2 Prozent Depotgewicht bewusst klein. Sie bleibt es, bis ich einen Rücksetzer gesehen habe, denn einen Wert nach vier Tagen und 29 Prozent aufzustocken hieße, den eigenen Einstieg für Können zu halten.
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