Portfolio-Recap KW 32 / 2026
Depot
NVO — Novo Nordisk 'B'
6 Mails diese Woche.
Novo Nordisk hat diese Woche geliefert, was ein Unternehmen liefern kann, und der Kurs hat es halb ignoriert. Der Quartalsumsatz lag bei 12,2 Milliarden Dollar gegen 10,9 erwartet, der Gewinn je Aktie bei 0,97 statt 0,77, die Jahresprognose ging nach oben, getragen von der Nachfrage nach den Abnehm-Wirkstoffen. Dazu die juristische Entlastung: Ein Bundesgericht in Texas wies die Kartellklage einer Compounding-Apotheke gegen Lilly und Novo ab, weil die nachgebauten Präparate nach Auffassung des Gerichts nicht im selben Markt konkurrieren. Zwei gute Nachrichten in fünf Tagen, und meine Position steht trotzdem gut zwölf Prozent im Minus. Die Chartlesart blieb über die Woche stabil, was bei Wellenzählung selten genug ist: Kaufzone 43 bis 45, darüber die Kreuzung der gleitenden Durchschnitte bei rund 47, Bestätigung erst mit einem Bruch über 49 bis 50, Ziel dann 71,24 an der 1,618er-Marke, hinfällig unter 41,51. Der Kurs steht ziemlich genau an dieser Kreuzung. Auf X wird aus derselben Zählung ein dreistelliger Prozentgewinn bis 2029, und 586 Likes zeigen, wie gern das gelesen wird — eine Zahl, die niemand einlösen muss, ist billig zu haben. Was zählt, ist enger: Novo verkauft mehr und verdient mehr, während der Markt die Aktie wie einen Verlierer behandelt. Mit knapp neun Prozent Depotgewicht ist das meine unbequemste größere Position. Ich kaufe erst nach, wenn die 47 als Unterstützung hält, nicht auf Verdacht.
OSCR — Oscar Health
5 Mails diese Woche.
Oscar Health hat das beste Quartal seiner Firmengeschichte gemeldet und den Tag mit einem Minus beendet. Der Umsatz kam bei 4,88 Milliarden Dollar gegen 4,73 erwartet, der Gewinn je Aktie bei 1,10 statt 0,40, die Mitgliederzahl liegt 30 Prozent über Vorjahr, der Umsatz 70 Prozent. Der freie Cashflow ist von rund einer halben Milliarde im Vorjahresquartal auf 2,1 Milliarden gestiegen. Am Tag der Zahlen stand die Aktie zwischenzeitlich 20 Prozent im Plus und schloss 11 Prozent im Minus. Diese Spanne ist die eigentliche Nachricht der Woche, und sie hat nichts mit dem Geschäft zu tun, sondern mit der Frage, wer nach einem solchen Sprung verkauft. Der interessante Punkt am Wachstumsmix: Umsatz wächst mehr als doppelt so schnell wie die Mitgliederzahl, das heißt mehr Erlös je Versichertem. Genau dort liegt aber auch das Risiko, denn in der Krankenversicherung entscheidet die Schadenquote darüber, ob aus Erlös Gewinn wird. Der Chart sieht die Kaufzone um 23 bis 24, die Ziele bei 34,66 und 43,79, die Struktur bricht unter 24,56. Ich muss hier ehrlich bleiben: Ich habe auf realisierter Basis knapp 24 Prozent Verlust in dieser Position stehen, weil ich sie zu früh und zu klein gehalten habe, und sie macht heute nur zweieinhalb Prozent des Depots aus. Bei diesen Zahlen ist das mein Fehler, nicht der des Unternehmens.
ZETA — Zeta Global
5 Mails diese Woche.
Zeta Global ist mein bester Wert im Depot, und diese Woche hat gezeigt, warum das kein Ruhekissen ist. Das Quartal brachte 442 Millionen Dollar Umsatz gegen 420 erwartet, 0,21 Dollar Gewinn je Aktie gegen 0,19, ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen von 91,7 Millionen und einen freien Cashflow, der 78 Prozent über Vorjahr liegt. Die Aktie legte in der Woche fast 13 Prozent zu. Direkt daneben steht die Frage, die eine Finanzredaktion diese Woche in eine Überschrift gepackt hat: ob man bei diesem Wachstum eine reiche Bewertung noch kaufen soll. Ich halte die Frage für richtig gestellt. Die Position liegt bei mir 35 Prozent im Plus, und das ist der Moment, in dem man sich Argumente fürs Nachlegen sucht statt Gründe fürs Stillhalten. Auf X liest sich die Woche anders: Der lauteste Beitrag erklärte den Kursrückgang nach den Zahlen mit Marktmanipulation. Wer so argumentiert, hat für jede Kursbewegung eine Antwort und lernt aus keiner. Praktisch bleibt die Struktur: Der Bereich um 26 muss von Widerstand zu Unterstützung werden, dann trägt die Zählung bis 37, die 0,618er-Konfluenz liegt bei 19, unter 15,63 ist sie hinfällig. Mit gut sechs Prozent Depotgewicht halte ich die Position unverändert und kaufe in diese Stärke nicht hinein.
HIMS — Hims & Hers Health
4 Mails diese Woche.
Bei Hims wiederholt sich das Muster der Vorwoche in kleinerem Maßstab: minus 5,5 Prozent an einem Tag, plus 5,5 Prozent am nächsten, dazwischen ein Test der 200-Tage-Linie um 30 und ein Abpraller nach oben. Vier Chartmails in einer Woche, kein einziger neuer Geschäftsvorgang. Die zwölf Presseerwähnungen der Woche sind durchweg neutral eingestuft, und das passt: Die Berichterstattung fragt, ob der Abnehm-Rückenwind die Aktie vor den Zahlen trägt, ob der neue KI-gestützte Abnehm-Service etwas ändert, und ob das Unternehmen ein Übernahmekandidat wäre. Alles Konjunktiv. Ein hartes Signal gab es doch: Baillie Gifford ist mit 750.000 Aktien neu eingestiegen, umgerechnet rund 22,5 Millionen Dollar und damit ein Zehntelprozent-Posten für ein Haus dieser Größe. Klein für den Investor, aber die Adresse steht für lange Haltedauern, nicht für Momentum. Der Chart bleibt zweistimmig: Auf Tagesbasis geht es um das Zurückerobern der 50-Tage-Linie mit Ziel 40,90, auf Wochenbasis kursiert ein Ziel von 128 mit Invalidierung unter 24,15. Die zweite Zahl nehme ich nicht ernst, die erste ist handhabbar. Zu Wochenbeginn kommen die Quartalszahlen, und danach weiß ich mehr als aus vier Charts zusammen. Mit gut 13 Prozent Depotgewicht ist Hims meine zweitgrößte Position und liegt nach allem Hin und Her fast punktgenau auf Einstand.
ASTS — AST SpaceMobile
3 Mails diese Woche.
Vergangene Woche habe ich hier notiert, dass dieselbe Chartmethode binnen 48 Stunden von einem tieferen Tief auf einen Ausbruch umgeschwenkt ist. Diese Woche hat der Ausbruch stattgefunden: plus 22 Prozent, der Sprung über die 0,5er-Marke bei 65,70 hielt, das nächste Ziel liegt bei 82, darüber 103, die Struktur bricht erst unter 50,57. Das ist die angenehme Variante, in der die Zählung recht behält, und genau deshalb erinnere ich mich lieber an die andere Woche. Wichtiger ist, was tatsächlich passiert ist: Drei weitere BlueBird-Satelliten sind im Orbit, vor dem Start des Beta-Dienstes, und der Direktzugang für Endkunden in Japan mit Rakuten rückt näher. Das sind Hardware und Termine, keine Kursziele. Der Gegenwind hat diese Woche ein Datum bekommen: Starlink bereitet für Ende 2027 einen eigenen Mobilfunkdienst vor, der die großen US-Netzbetreiber direkt angreift. Die verbreitete Gegenthese lautet, dass genau diese Netzbetreiber dann einen Partner mit Satellitendirektverbindung brauchen, und dass dieser Partner AST heißt. Plausibel, aber es bleibt eine Wette darauf, dass die Betreiber lieber kooperieren als kapitulieren. Mit knapp 22 Prozent ist ASTS weiter meine größte Position, und dieses Gewicht ist bereits das Maximum, das ich einem Wert ohne nennenswerten Umsatz zugestehe. Ich kaufe nichts nach.
CIFR — CIPHER MINING INC.
2 Mails diese Woche.
Cipher Mining ist die Position, in der Zahlen und Kurs am weitesten auseinanderlaufen. Das Quartal verfehlte die Erwartungen deutlich: 24,84 Millionen Dollar Umsatz gegen 31,86 erwartet, ein Fehlbetrag je Aktie von 0,65 statt der erwarteten 0,24, beide Werte rund 30 bis 40 Prozent neben der Schätzung. Trotzdem lief die Aktie mit dem Rest der Rechenzentrums-Werte nach oben, weil der Markt gerade nicht das Mining bewertet, sondern den Umbau zum Betreiber von KI-Rechenzentren. Das ist eine Story-Bewertung, und ich nenne sie so, weil sie nur so lange trägt, wie die Umbaugeschichte neu bleibt. Auf X wurde diese Woche eine Übernahme zu 37 bis 40 Dollar je Aktie ins Spiel gebracht, ohne jeden Beleg, während ein bekannter US-Börsenmoderator öffentlich abriet. Beides sagt nichts über das Unternehmen und viel über die Aufmerksamkeit, die es bekommt. Der Chart sieht eine zweite Welle über 18, der Weg nach oben beginnt erst mit dem Zurückerobern von 25,75, die Zählung ist unter 15,74 erledigt. Der Kurs liegt keine zwei Dollar über dieser Grenze. Die Position ist mit rund zwei Prozent Depotgewicht klein und steht 22 Prozent im Minus. Ich stocke nicht auf, und die 15,74 ist meine Ausstiegsmarke, nicht eine Kaufgelegenheit.
WYFI — WhiteFiber Inc
2 Mails diese Woche.
WhiteFiber ist meine schlechteste Position, 28 Prozent unter Einstand, und die Woche hat daran nichts geändert. Positiv fiel auf, dass die Berichterstattung erstmals konkret wird: Der Quartalsbericht zeigt kräftiges Umsatzwachstum, das Geschäft mit Rechenzentrumsflächen und Cloud-Diensten wächst, und mehrere Häuser rechnen die Bewertung nach dem Wachstumssprung neu durch. Vier von 35 Erwähnungen sind positiv gewertet, keine negativ. Das Unternehmen selbst hat sich zu Wort gemeldet und die Schwächen der eigenen Branche beschrieben, verpasste Liefertermine und Cluster, die es auf dem Papier gibt und in der Realität nicht. Wer die eigene Branche so offen einordnet, verkauft entweder Ehrlichkeit oder hat sie. Der Chart hält die 0,618er-Marke bei 24,46 als frisch gewonnene Unterstützung, der Weg nach oben beginnt über 30, das genannte Ziel liegt bei 79. Bei einem Kurs um 24 wäre das mehr als eine Verdreifachung, und diese Zahl gehört in die Kategorie Hoffnung, nicht Prognose. Eine Gegenstimme auf X hält weitere 30 Prozent Abwärtspotenzial für wahrscheinlich, bevor ein tragfähiger Boden steht — das ist die ehrlichere Rechnung für einen Wert, der frisch an der Börse ist. Mit unter zwei Prozent Depotgewicht darf die Position genau das bleiben, was sie ist: klein, spekulativ und ohne Nachkauf.
ZVRA — Zevra Therapeutics
2 Mails diese Woche.
Zevra hat die ruhigste und zugleich substanzvollste Woche im Depot gehabt. Der Quartalsumsatz stieg um 53 Prozent auf 39,66 Millionen Dollar gegen 33,88 erwartet, der Gewinn je Aktie lag bei 0,14 statt 0,10, das Wachstum kommt aus einem zugelassenen Medikament und nicht aus einer Pipeline-Erzählung. Wichtiger als das Quartal ist eine Veröffentlichung, die kaum Reichweite bekam: vierjährige Praxisdaten aus dem US-Zugangsprogramm zur Behandlung von Niemann-Pick Typ C. Diese Daten treffen auf ein laufendes europäisches Zulassungsverfahren, und die naheliegende Frage, was vier Jahre Alltagsdaten dort bewegen, hat diese Woche immerhin eine Fachredaktion gestellt. Der Kursverlauf zeigt, wie dünn die Meinungsbildung bei diesem Wert ist: Nach der ablehnenden Tendenz des europäischen Ausschusses ging es kräftig abwärts, binnen weniger Tage war der Verlust vollständig aufgeholt, an einem Tag standen 15 Prozent Plus. Bei sechs Presseerwähnungen in einer Woche bewegt jede einzelne Nachricht den Kurs. Der Chart sieht die zweite Welle bei etwa 9 abgeschlossen, das Ziel bei 22,02, entscheidend ist das Zurückerobern von 13. Die Position liegt bei dreieinhalb Prozent Depotgewicht und knapp acht Prozent im Plus. Ich halte sie, und ich schaue auf das europäische Verfahren, nicht auf die Wellenzählung.
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