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KW 30 / 2026

Portfolio-Recap KW 30 / 2026

ZVRA kassiert den EU-Rückschlag und verliert ein Viertel, ONDS wird für Shortseller unbezahlbar, ASTS deployt drei BlueBirds und bekommt die fünffache Fabrik, HIMS fällt unter sieben Milliarden Marktwert, NVO zieht gegen Lilly vor Gericht, BABA arbeitet still weiter, ETH kämpft um die 200-Wochen-Linie — meine TLI-Synthese zur KW 30.

26. Juli 2026portfolio / recap

Portfolio-Recap KW 30 / 2026

Depot

ONDS — Ondas Holdings Inc.

3 Mails diese Woche.

Bei Ondas stand die interessanteste Zahl der Woche nicht im Chart, sondern im Leihmarkt: Die Kosten, die Aktie zu leihen, sprangen auf gut 18 Prozent, das ist rund das Siebenfache von vor zehn Tagen. Wer hier short ist, zahlt inzwischen einen spürbaren Anteil der Position allein an Gebühren, und solche Sprünge lösen sich selten geräuschlos auf. Der Chart erzählt die Geduldsversion derselben Geschichte: Das 0,618-Retracement um 6,20 hat als Unterstützung sauber gehalten, der Kurs arbeitet sich um die 8 herum an der 50-Wochen-Linie bei knapp 8,95 ab, und erst darüber öffnet sich die Wellenstruktur Richtung 12 und weiter. Unter 6,20 wäre die Zählung hinfällig, das ist die einzige Marke, die zählt. Operativ verdichtet sich das Bild vom reinen Drohnen-Spekulationswert zur breiteren Verteidigungsplattform, zuletzt mit der Beteiligung an FPF Defense im Bereich Abwehr unbemannter Systeme, nach den Zukäufen davor. Dagegen steht ein Dämpfer, den die Bullen-Threads gern übersehen: Beim britischen Watchkeeper-Nachfolgeprogramm bekam ein portugiesischer Wettbewerber den Zuschlag. Die Aktie steht immer noch mehr als die Hälfte unter ihren Jahreshochs, und genau darin liegt für mich die Aufgabe: Ich halte, ergänze aber erst wieder unter 7, nicht in die Squeeze-Fantasie hinein.

ASTS — AST SpaceMobile

2 Mails diese Woche.

Nach der Wandelanleihen-Woche kam die Lieferwoche. BlueBird 8, 9 und 10 sind vollständig entfaltet, drei weitere stehen am Cape für den August bereit, und Midland genehmigte eine Fabrik, die das ursprüngliche Werk um etwa das Fünffache übertrifft. Das ist die Sorte Fortschritt, die im Chart eine Woche lang nichts bewirkt und über Jahre alles. Die Kurstechnik hat sich entsprechend beruhigt: Die Korrekturstruktur gilt als abgeschlossen, die 103 ist zur Scharniermarke geworden, darüber staffeln sich die Projektionen bei 182 und 261, darunter bleibt der Bereich um 65,70 und 50,57 die Rückfalllinie. Eine Ebene, die in der Berichterstattung diese Woche komplett fehlte, habe ich mir selbst angesehen: Der EU-Vorschlag zum 2-GHz-Band vom 27. Mai verlangt im Anhang einen bindenden Vertrag über die Fertigung der Satelliten innerhalb der Mitgliedstaaten, und zwar als Zulassungsvoraussetzung, nicht als Wertungspunkt. AST montiert die Phased Arrays in Barcelona, integriert die Satelliten aber in Texas. Ob das reicht, ist offen und wird das Europageschäft stärker prägen als der nächste Starttermin. Für mich bleibt es die größte Position, und die Arbeit der nächsten Monate liegt nicht am Kurs, sondern an dieser Frage.

BABA — Alibaba Group (ADR)

2 Mails diese Woche.

Alibaba lieferte die ruhigste und in gewisser Weise aussagekräftigste Woche im Depot: 51 Erwähnungen in der Presse, davon keine einzige positiv und keine einzige negativ gewertet. Reine Registrierung, keine Meinung. Darunter arbeitet der Konzern weiter, das internationale Handelsgeschäft verringert seine Verluste, die Zahlungssparte holt sich über eine Milliarde frisches Kapital für grenzüberschreitende Abwicklung, und auf der KI-Seite läuft die Qwen-Reihe inzwischen auf hauseigener Chip-Architektur. Technisch bleibt die 109 der Angelpunkt als 0,618-Marke; hält sie, bleibt die Aufwärtsstaffel über 208 und 234 bis in den 300er-Bereich intakt, erst unter rund 86,59 wäre die Struktur beschädigt. Der Widerstand liegt bei 121 und der 200-Wochen-Linie. Der Kontrast ist das eigentliche Argument: operativer Fortschritt an drei Fronten gleichzeitig, dazu eine Berichterstattung ohne jede Überzeugung in eine Richtung. Historisch ist das kein schlechter Nährboden. Ich halte, mit Blick auf die Zahlen zum Juni-Quartal am 28. August, und ergänze weiter nur unterhalb der 109.

ETH — Ethereum

2 Mails diese Woche.

Bei Ethereum sagt die Leerstelle mehr als der Chart: Für die ganze Woche kam kein einziger Presseblock mit genug belastbaren Schlagzeilen zusammen. Nach einem Anstieg von rund 28 Prozent aus dem Tief heraus ist das bemerkenswert, denn es heißt, die breite Aufmerksamkeit ist noch nicht zurück. Genau das ist die konstruktive Lesart. Technisch bleibt die Struktur ein Aufbau unterhalb der eigenen Widerstandszone: Das 0,618-Retracement hält, die 200-Wochen-Linie um 2.175 ist noch nicht zurückerobert, und die 2.469 ist die Marke, an der sich entscheidet, ob aus der Erholung eine Trendwende wird. Darüber öffnet die Zählung sehr weite Ziele, nach unten bleiben 1.426 und 877 die Notausgänge. Bitcoin hat seine entsprechende Linie bereits in Unterstützung verwandelt, Ethereum hinkt hier hinterher, und dieser Abstand ist entweder Schwäche oder Nachholpotenzial, je nachdem wie die nächsten Wochen laufen. Ich behandle die Position unverändert als langlaufende Beimischung ohne Nachkaufplan oberhalb der 200-Wochen-Linie.

HIMS — Hims & Hers Health

2 Mails diese Woche.

Die Wellenzählung hat sich bei Hims gedreht: Statt weiter auf den Boden der vierten Welle zu warten, gilt das Halten der 32,40 nun als deren Abschluss, womit die fünfte Welle mit Ziel um 54,86 läuft und die Nachkaufzone bei 32 bis 34 liegt; unter 26,81 wäre das Bild hinfällig. Interessanter als der Chart ist diese Woche die Bewertung. Der Marktwert rutschte unter sieben Milliarden, was auf etwa das Doppelte des erwarteten Jahresumsatzes hinausläuft, und das für ein Unternehmen mit zweistelligem Wachstum. Die Diskussion auf X trifft den Kern: Der Markt weiß schlicht nicht, was er hier bewerten soll, eine GLP-1-Geschichte, eine Peptid-Plattform oder etwas Drittes, und preist im Zweifel die niedrigste Variante. Ein Read-Across lieferte die Woche gleich mit, als ein Labordienstleister seine Zahlen unter anderem mit dem Hims-Geschäft begründete. Dazu kursierte eine regulatorische Freigabe im Peptid-Bereich, die ich bewusst als Stimmungstreiber und nicht als geprüften Fakt behandle. Am 10. August kommen die Zahlen, und bis dahin ändert sich für mich nichts: Nachkäufe gehören in die 32er-Zone.

NVO — Novo Nordisk 'B'

2 Mails diese Woche.

Novo Nordisk zog diese Woche gegen Eli Lilly vor Gericht, wegen aus eigener Sicht irreführender Werbung im GLP-1-Markt. Man kann das als Selbstbewusstsein lesen. Ich lese es anders: Wer den besseren Vertrieb und das bessere Produkt hat, klagt nicht, sondern verkauft. Jim Cramers Einwand, der Konzern solle im Markt statt vor Gericht antreten, trifft den wunden Punkt genau. Die belastbarere Nachricht steckt in den Verschreibungsdaten, wo die Tablettenform inzwischen sechsstellige Stückzahlen erreicht, und in der schlicht steigenden Suchnachfrage nach dem ganzen Themenfeld. Technisch ist die Aktie um 43 bis 45 in der Zone, die als Abschluss der Korrektur gilt und den Einstieg für die dritte Welle mit Ziel um 68,63 markiert; darüber steht die 200-Wochen-Linie um 82 als eigentliches Fernziel, unter 41,36 wäre die Zählung fällig. Der Abstand zwischen Kurs Anfang 50 und dieser Linie ist ungewöhnlich groß, und genau das ist die These. Die Halbjahreszahlen kommen am 5. August. Ich halte und ergänze im 43er-Bereich, falls der Markt ihn anbietet.

ZVRA — Zevra Therapeutics

2 Mails diese Woche.

Der Einschlag der Woche kam am Freitag: Die europäische Zulassungsbehörde gab eine negative Einschätzung zu Arimoclomol bei Niemann-Pick Typ C ab, die Aktie verlor rund ein Viertel und hatte damit ihren schlechtesten Tag seit über fünf Jahren. Zevra hat umgehend eine erneute Prüfung beantragt. Die Chartlesart wurde entsprechend nach unten korrigiert: Der Wert steckt weiter in der übergeordneten zweiten Welle, die nächsten ernsthaften Auffanglinien liegen bei 8,60 und bei 7,50, wo das 0,618-Retracement und die 200-Wochen-Linie zusammenfallen. Das Ziel um 22 für die dritte Welle bleibt bestehen, aber erst nach einer Bodenbildung, und die ist nicht da. Zwei Dinge muss man auseinanderhalten. Der Rückschlag betrifft Europa, nicht das amerikanische Geschäft, in dem zwei zugelassene Produkte tatsächlich Umsatz erzeugen. Und die Bilanz: Bei einem Marktwert um eine halbe Milliarde stehen etwa 250 Millionen an Barmitteln ohne Schulden gegenüber. Die These ist damit nicht widerlegt, ihr Zeitplan schon. Ich habe die Position im Minus und werde sie nicht ausbauen, bevor der Kurs im Bereich um 7,50 einen Boden zeigt. Bis dahin ist das eine Position, die man aushält, nicht eine, die man nachkauft.

Auch erwähnt

  • UNH — 1 Mail · 2026-07-21 — $UNH - Q2'26 Equity Brief
  • ZETA — 1 Mail · 2026-07-24 — $ZETA - TOP 10