was ist das hier
Eine Prüfschicht, die eingehende Kurse und Wechselkurse einmal durch den Kopf drehen lässt, bevor sie in einem Dashboard auftauchen. Sie fängt Werte, die zwar korrekt aussehen, aber am falschen Handelsplatz, in der falschen Währung oder im falschen Kontext gemessen wurden.
Warum das eigentliche Problem nicht "keine Daten" ist
Ein Dashboard ohne Zahlen ist unangenehm, aber harmlos. Der wirklich gefährliche Zustand ist: hübsch falsch. Eine Zahl, die in der Größenordnung passt, in der Richtung plausibel ist und trotzdem aus der falschen Quelle stammt. Die merkt man nicht sofort. Entscheidungen laufen ein paar Tage weiter, bevor jemand stutzt.
Die gefährlichste Zahl im Dashboard ist nicht die fehlende. Es ist die plausibel falsche.
Deshalb braucht es zwischen Datenprovider und UI eine Schicht, die nicht nur "gibt es Zahlen?" fragt, sondern "sind das die richtigen?".
Wie der Guard prüft
- 1
Kurs kommt rein
Der Provider liefert einen Quote — Ticker, Preis, Börse, Zeitstempel. Die Rohdaten landen zuerst im Guard, nicht im Dashboard.
- 2
Plausibilitätscheck
Der Guard prüft: Ist die Börsenkennung die, die wir erwarten? Liegt der Preis in einem sinnvollen Korridor relativ zur letzten Beobachtung? Ist der Zeitstempel frisch genug?
- 3
FX serverseitig
Wechselkurse laufen bewusst serverseitig, nicht über den Browser. Das vermeidet fragile CORS-Pfade, die bei jeder Provider-Änderung brechen können.
- 4
UI sieht nur geprüfte Werte
Was ins Dashboard fließt, ist entweder valide oder explizit als "keine Daten" markiert. Null ist ein gültiges Ergebnis — kein Ersatz für einen Ausfall.
Der Moment, der den Guard rechtfertigt hat
ASTS am falschen Handelsplatz
Ein Wert auf der Watchlist, ASTS, lieferte einen Preis — sauber in Euro, plausibel im Kontext. Nur: die Zahl kam von einem Handelsplatz mit geringer Liquidität, nicht von der Börse, die man als Referenz erwarten würde. Ohne Prüfung wäre das eine leicht verzerrte Entscheidungsgrundlage gewesen, ohne sichtbaren Hinweis.
Der Fix war nicht dramatisch — die richtige Börsenkennung ziehen, Mapping ergänzen, fertig. Aber die Lektion sitzt tiefer: ein Provider kann jederzeit einen anderen gültigen Wert liefern, der trotzdem nicht der ist, den man meint. Das Mapping zwischen Ticker und Handelsplatz ist eine eigene Designentscheidung, nicht etwas, das man dem Provider überlässt.
Valide Null ist nicht gleich Ausfall
Ein zweiter, undramatischer aber wichtiger Punkt: null ist ein gültiges Ergebnis. An einem Feiertag, außerhalb der Handelszeiten, vor dem Opening gibt es eben keine Zahl. Die UI muss das als "kein Wert jetzt" zeigen — nicht als Ausfall oder Ladefehler.
ungefiltert
- Provider liefert, UI zeigt — egal was.
- FX geht über Browser-CORS, bricht bei kleinen Änderungen.
- Null und Ausfall sehen gleich aus.
mit Guard
- Jeder Kurs passiert einen Plausibilitätscheck.
- FX serverseitig, stabil und cachebar.
- Valide Null wird als Null dargestellt.
was ich mitnehme
Reliability in Datensystemen heißt nicht "immer eine Zahl zeigen". Es heißt: nur Zahlen zeigen, für die ich geradestehen kann. Jede Zahl ohne Geradestehen-können ist ein stilles Versprechen, das später gebrochen wird.
Was aktuell läuft
- Die ASTS-Korrektur ist live — richtige Börsenkennung, plausibler Kurs.
- FX läuft serverseitig statt über Browser-CORS, ist damit stabiler und cachefähig.
- Null wird semantisch als Null dargestellt, nicht als Ausfall-Skelton.
- Branding des zugehörigen Markets-Dashboards wird schrittweise vom alten "Stocktracker"-Vokabular gelöst.
Public Cut
Diese Seite zeigt die Idee der Prüfschicht und einen konkreten Fehlermoment. Sie zeigt keine privaten Depotdaten, keine Watchlist-Gewichte, keine Provider-Secrets und keine internen Mapping-Tabellen. Provider werden nur dort namentlich genannt, wo es für das Verständnis nötig ist.